Instrumente

Akkordeon

Das Akkordeon hat in Zentralasien in den 1960er und 70er Jahren seine Verbreitung gefunden und wird heute in einigen kleineren Folkloregruppen (insbesondere in Chorezm) verwendet. Es handelt sich um ein chromatisches tragbares Harmonium mit klavierähnlicher Tastatur für die rechte und mehreren Knopfreihen für die linke Hand. Das Umschalten von Registern ermöglicht den Wechsel zwischen verschiedenen Klangfarben.

Doira (Rahmentrommel)

Die Doira ist ein insbesondere für Tadschikistan und Usbekistan typisches Rhythmusinstrument, das unter der Bezeichnung »Dap« auch in Nordwestchina unter den Uiguren Verwendung findet. Die Doira besteht aus einem massiven Holzring aus Akazien-, Maulbeerbaum- oder Ahornholz, dessen Vorderseite mit einer Ledermembran (meist vom Kalb) bespannt ist. An der Innenseite des Holzrings sind außerdem ca. 60 kleinere Metallringe angebracht. Vor dem Spielen wird die Doira vor einem Strahler (traditionell in der Sonne oder am offenen Feuer) erwärmt. Dadurch bekommt das Instrument einen hellen, klaren Klang. Die Doira wird seitlich auf Schulterhöhe in der linken Hand gehalten. Man spielt mit beiden Händen verschiedene Schläge in der Mitte bzw. am Rand der Trommel, wodurch verschiedene tiefe und hohe Töne erzeugt werden können. Da der Rhythmus in fast allen Genres der Musik Tadschikistans und Usbekistans eine wichtige Rolle spielt, ist die Doira bis heute in Mittelasien weit verbreitet und sehr populär. Gespielt werden zahlreiche Variationen der Hauptrhythmen im 6/8-, 4/4- und 7/8-Takt. Seit 1952 wurde am Taschkenter Konservatorium (Usbekistan) eine spezielle Notierung für Doira entwickelt. Historisch oftmals auch von Frauen gespielt, ist die Doira heute ein Instument, auf dem vorwiegend Männer spielen.

Dombyra (kasachische Langhalslaute)

Die Dombyra ist das Lieblingsinstrument der Kasachen. Auf ihr spielen sowohl Laienmusiker, als auch professionelle Sänger und Instrumentalisten. Die Dombyra ist ein ca. 1 m langes Zupfinstrument, dessen Korpus aus Ahorn-, Platanen-, Walnuss-, Birken- oder manchmal aus Kiefernholz hergestellt wird. Die zwei Saiten der Dombyra sind ebenso wie ihre 18 fest auf dem Hals angebrachten Bünde aus Angelschnur gefertigt und haben Quarten- bzw. Quintenstimmung. Besonders verbreitet ist die ursprünglich westkasachische Dombyra, die durch einen dicken, birnenförmigen Körper und einen dünnen Hals gekennzeichnet ist. Der Körper besteht entweder aus einem ausgehöhlten Holzstück oder aber zumeist aus aneinandergeleimten Einzelsegmenten. Letztere Variante stammt aus den Gebieten am Kaspischen Meer, wo man früher dafür Störleim verwendete. Die Decke der Dombyra ist ebenfalls aus Holz (Kiefern- oder Fichtenholz) gefertigt und wird mit einem größeren oder mehreren kleineren Schallöchern versehen. Die Saiten werden mit der rechten Hand angeschlagen oder einzeln gezupft. Wenn die Dombyra als Soloinstrument gespielt wird, finden zahlreiche virtuose Spieltechniken Verwendung. Besonders interessant und populär sind Wettbewerbe unter den Dombyraspielern.

Dumbrak (tadschikische Kurzhalslaute)

Das Dumbrak ist ein zweisaitiges, nur 70–80 cm langes Zupfinstrument mit birnenförmigem Korpus. Zur Herstellung wird Maulbeerbaum-, Aprikosen- oder Walnussholz verwendet. Die hölzerne Decke ist flach und hat mehrere kleine Schallöcher. Auch der Boden des Korpus ist mit einem Schalloch versehen. Der Griff hat (ähnlich wie bei den europäischen Streichern) keine Bünde. Das Dumbrak klingt gedämpft leise und man hört, wie die Fingernägel beim Anschlagen über die Saiten aus Angelschnur gleiten. Das handliche, kleine Dumbrak ist insbesondere in den Bergregionen Tadschikistans verbreitet und wird dort zur Begleitung von Liedern und Tänzen eingesetzt. Die zwei Saiten aus Angelschnur haben Quart- oder Quintstimmung.

Ghijak (Spießgeige)

Das Ghijak ist eine in Tadschikistan und Usbekistan verbreitete Spießgeige mit einem runden Korpus, dessen offene Vorderseite mit Haut bezogen wird, und einem zylindrischen, kurzen Hals, der mit vier Stahlsaiten bespannt wird. Es werden keine Bünde verwendet. Das Ghijak wird beim Spielen mit einer extra kleinen Stütze auf das Knie gesetzt und traditionell mit einem speziellen Bogen aus Pferdehaar, heute meist mit einem gewöhnlichen Geigenbogen, angestrichen. Die vier metallenen Saiten werden je nach musikalischem Stil unterschiedlich gestimmt. Für die Vorführung europäischer Musikstücke ist die übliche Violinstimmung gängig. Der Klang des Ghijak ähnelt dem der Violine, ist jedoch etwas tiefer und gekennzeichnet durch den typischen Beiklang der Hautmembrane. Gespielt wird hauptsächlich in der 1. und 2. Lage.

Nay (Rohrflöte)

Die Nay ist eine Art Querflöte aus Rohr von gedrechseltem Holz. Sie ist mit sechs Spiellöchern und einer Öffnung im Kopf des Instrumentes versehen, durch welche die Luft eingeblasen wird. Die Nay ist 40-60 cm lang und hat einen intensiven pfeifenden Klang. Die Tonskala der Nay ist diatonisch im Rahmen einer Septime angeordnet. Das Spielen von halb zugedeckten Löchern ermöglicht jedoch auch das Erzeugen von chromatischen Tönen. Das Überblasen erweitert den Umfang auf bis zu 2 ½ Oktaven. Auf der Nay werden reich verzierte Melodien gespielt.

Rubob (Langhalslaute)

Das »kaschgarische« Rubob ist benannt nach der Stadt Kaschgar (China). Von dort gelangte es an seinen heutigen Verbreitungsort, insbesondere nach Tadschikistan und Usbekistan. Die Familie der Rubob umfasst noch andere Arten, wie zum Beispiel das pamirische Rubob, das badachschanische Rubob, das Balandzukom usw. Das kaschgarische Rubob besteht aus einem runden, ausgehöhlten Resonanzkörper aus Walnussholz, der mit einer dünnen Fischhaut bespannt wird, und einem langen massiven Hals mit Wirbelkasten. Die Gesamtlänge beträgt ca. 90 cm. Auf dem Hals sind 24 Metallbünde befestigt, die eine chromatische Skala ergeben. Der Tonumfang des kaschgarischen Rubob beträgt drei Oktaven. Das Rubob hat zwei Doppelseiten aus Metall und eine Baßseite aus Darm. Der für das Rubob typische klare, leicht metallische Klang wird erzeugt, indem man die Saiten mit einem Plektrum aus Ebenholz anzupft.

Schodi (metallene Kastagnetten)

Die Schodi (auch Kajrok »Kieselstein« genannt) sind eine Art metallene Kastagnetten in Form von vier flachen, an den Rändern abgerundeten Aluminiumstücken. Ursprünglich verwandte man flach geschliffene Kieselsteine, die man an Flußufern fand und ohne weitere Bearbeitung als Rhythmusinstrument beim Tanzen oder bei Darbietungen von Seiltänzern und Stelzenläufern einsetzte. Dabei wurden jeweils zwei Steine (bzw. später ein Stein und ein Alluminiumplättchen) in einer Hand gehalten und aneinandergeschlagen. Es entsteht ein durchdringendes, metallenes »Klack-Klack«. Durch verschiedene Spieltechniken und rhythmische Variationen finden andere Rhythmusinstrumente (z.B. die Doira) durch die Schodi Unterstützung und Bereicherung. Die Schodi werden bis heute in der bucharischen Folklore eingesetzt.